Was sind Sekuranten / Anschlagpunkte?

  • Bild eines Sekuranten auf einem Flachdach
  • Verwendung eines Sekuranten zur Absturzsicherung

Der Begriff Sekurant wird als allgemeiner Wortlaut für einen Anschlagpunkt/ Einzelanschlagpunkt in der Absturzsicherung verwendet. 

Der „Securant“ ist ein geschützter Begriff  und ist ausschließlich ein Produkt der Firma DWS Pohl GmbH Düren. Produkte anderer Hersteller werden umgangssprachlich auch mit diesem Begriff in Verbindung gebracht.

Auch auf unserer Seite verwenden wir u. a. den Begriff Sekuranten für Anschlagpunkte verschiedener Hersteller um die Suche im Internet für Interessenten zu verbessern bzw. zu vereinfachen.

Sekuranten (oder auch Anschlagpunkte) dienen zur Absturzsicherung und sind ständig nutzbare Anschlageinrichtungen zur Befestigung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz, wo keine kollektiven Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Im Falle eines Absturzes werden Kräfte in den Sekuranten und den Untergrund mit deren Befestigung geleitet. Der Befestigungsuntergrund mit den geprüften Befestigungen ist vom Hersteller vorgegeben.

Bei den meisten Produkten entsteht durch definierte Verformung der Sekuranten im Absturzfall eine minimale Krafteinleitung in das System und den Nutzer.

Verwendungsmöglichkeiten von Sekuranten

Verwendung eines Sekuranten

Sekuranten werden eingesetzt wenn die Gefahr eines Absturzes besteht. Die Anschlagpunkte dürfen ausschließlich zur Sicherung von Personen verwendet werden.

Als Absturzgefahren werden:

  • der Sturz vom Dachrand
  • das Durchbrechen durch Dachflächen und
  • der Sturz durch eine Dachöffnung (auch Lichtkuppeln) bezeichnet

In der Regel wird von einer besonderen Absturzgefahr ausgegangen, wenn sich die Person in einem Bereich von bis zu 2 m Abstand zur Absturzkante aufhält.

Vorzugsweise werden Sekuranten auf dem Flachdach eingesetzt.

Sie können aber auch auf dem Steildach-, Fassaden- und Fensterabsicherungen zur Absturzsicherung verwendet werden. Das richtige Produkt zusammen mit der richtigen Verwendung ist ausschlaggebend.

In der Regel müssen Einzelanschlagpunkte / Sekuranten nach EN795 (TypA) geprüft sein.

Sekuranten sind laut DiBt grundsätzlich Bauprodukte. Diese erhalten eine allgemeine bauamtliche Zulassung durch das DiBt. Das Ü-Zeichen signalisiert der Verwendbarkeitsnachweis.

Rückhalte- und Auffangsysteme mit Sekuranten

Sekuranten können je nach Gegebenheiten als Anschlagpunkt für ein Rückhaltesystem und für ein Auffangsystem verwendet werden, wobei Rückhaltesysteme immer zu bevorzugen sind da ein Absturz vermieden wird und somit auch Verletzungen für den Benutzer.

Rückhaltesystem

Als Rückhaltesystem wird bezeichnet, wenn die Absturzkante nicht erreicht werden kann und eine dynamische Beanspruchung des Systems ausgeschlossen ist.

Rückhaltesysteme sollten mindestens 2,5 m von der Sturzkante entfernt montiert werden. Üblicherweise werden die Arbeiter mit einem Verbindungsmittel von max. 2 m mit dem System verbunden.

Auffangsystem

Als Auffangsystem  wird bezeichnet, wenn technische und organisatorische Mittel nicht möglich sind um einen Absturz zu verhindern und  somit die Möglichkeit des Absturzes besteht. Im Falle eines Sturzes wird der Arbeiter jedoch aufgefangen und kann sich selbst retten oder von anderen gerettet werden. Ein Falldämpfer um die  Kräfte auf 6kN zu absorbieren  muss eingesetzt werden. Nach einem Sturz kann längeres Hängen im Gurt zu schweren bis tödlichen Gesundheitsschäden führen. 

Ein Rettungskonzept muss hierzu erstellt werden. 

Die richtige Planung und Anordnung von Sekuranten / Anschlagpunkten

Planung und Anordnung

Soweit die bauliche Situation (z.B. Brüstung, Geländer, Gitter) keinen Schutz gegen Absturz bietet, sind Anschlageinrichtungen mit Anschlagpunkten oder Seil- und auch Schienensysteme nach folgenden Grundsätzen zu planen.

Grundsätzlich: Kollektive Schutzmaßnahmen (z.B. Brüstung, Geländer, Gitter) haben absoluten Vorrang gegenüber dem Anseilschutz an Sekuranten mit PSA gegen Absturz.

Die Grundlagen unserer Planung sind:

  • die Vorgaben der DGUV 201-056 und der Fachgruppe D-A-CH-S (Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol
  • die Herstellerangaben
  • Ermittlung der Untergründe
  • die Gegebenheiten vor Ort 
  • Pläne und Aufmaße

Bei einem Sturz in ein Auffangsystem sind Verletzungen nicht auszuschließen und können lebensbedrohlich sein.

Bei Auffangsystemen sind folgende Gefährdungen zu berücksichtigen:

  • Pendelsturz
  • Kantenausbildung
  • Seilauslenkung
  • Auf- Anprallen

Die richtige Planung mit der Anordnung der Sekuranten richtet sich nach der baulichen Gegebenheit. In der Regel werden die Abstände der Anschlageinrichtungen zur Absturzkante mit mindesten 2,5 m geplant. Der Bereich wird gewählt, um den Bereich der weiterhin bestehenden Absturzgefahren, in den Ecken und auch bei der Montage der Sekuranten oder Seilsysteme so gering wie möglich zu halten.

Die lineare Anordnung der Einzelanschlagpunkte sollte 7,5 m nicht überschreiten.

Absturzsicherungen mit Anseilschutz sollten grundsätzlich kantenparallel zur Absturzkante mit Seilsystemen (stationär oder temporär) geplant werden.

Grundvoraussetzung für die richtige Planung ist die Ermittlung des Befestigungs-Untergrundes. Dachöffnungen, Proben, Materialstärken und Gewichtsermittlung in Verbindung mit der Statik müssen vorab ermittelt bzw. berechnet werden. Erst dann kann die richtige Systemauswahl getroffen werden. Die Angaben der Hersteller sind einzuhalten.

Prüfung von Sekuranten

Prüfung der Anordnung von Sekuranten

Damit alle Absturzsicherungssysteme den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, hat der Verantwortliche dafür zu sorgen, dass die Anschlagpunkte / Sekuranten mindestens einmal jährlich und im Absturzfall durch einen Sachkundigen geprüft werden (Normen DIN EN 795, DIN EN 365, DIN EN 13374, DGUV 112-198 Absatz 8.2).

Aufgrund unserer fachlichen Qualifikation, unserer Erfahrung, sowie durch Schulungen bei den Marktführern von Absturzsicherungen sind wir Sachkundige für alle Sicherheitseinrichtungen.

Übergeordnet der Vorschriften verweisen die meisten Hersteller von Absturzeinrichtungen  in Ihren einschlägigen Unterlagen auf die regelmäßige Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen durch eine sachkundige Person.

Auszug einer Herstellervorgabe:

Systeme gegen Absturz (z. B. Anschlagpunkte / Sekuranten) müssen einer jährlichen Kontrolle durch eine sachkundige Person unterzogen und dokumentiert werden. Diese Überprüfung ist unbedingt notwendig, da Wirksamkeit und Haltbarkeit des Systems davon abhängig sind und damit eingehend die Sicherheit für den Benutzer.

Revision:

Um Sekuranten zu prüfen werden die Anschlagpunkte entsprechend einer Checkliste in Augenschein genommen, dabei wird u.a. nach eventuellen Beschädigungen gesucht. Eine Revidierung der Stützen auf Beschädigung erfolgt, da diese in das Dachschichtenpaket eingebunden sind, als Sichtkontrolle. 

Bei Bedenken gegen die Befestigung im Untergrund, fehlender Einbaudokumentation oder unbekannter Montagefirma muss ggf. das Dach zur Einsicht geöffnet.  

Die wiederkehrende Prüfung von Sekuranten umfasst z. B.  eine Untersuchung:

  • auf vorhandene Kennzeichnungen und Benutzungshinweise
  • auf sichtbare Beschädigungen wie Deformierung, Risse, Materialfehler, Korrosion, Abnutzung
  • der sichtbaren Befestigung am Baukörper soweit dies erkennbar ist
  • ordnungsgemäßer Montagedokumentation

Bei der Sekuranten Prüfung werden dem Prüfer alle vorhandenen Unterlagen und Informationen hinsichtlich der verwendeten Absturzeinrichtung zur Verfügung gestellt. Diese sind insbesondere:

  • Prüfprotokolle und Kontrollkarten aus der Vergangenheit
  • Hersteller Gebrauchs- und Montageanleitungen, Zulassungsbescheinigungen

Fehlen zur Prüfung notwendige Unterlagen können diese, falls möglich, bei einer Ersteinrichtung nachgefordert bzw. erstellt werden.

Vorschriften zu Sekuranten und PSA gegen Absturz (PSAgA)

Nachfolgend sind die insbesondere zu betrachtenden einschlägigen Normen, Vorschriften, Regeln, Informationen und Richtlinien zusammengestellt. Diese enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, ebenso sicher Lösungen nicht aus. 

  • ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz)
  • ArbStättV (Arbeitsstättenverordnung)
  • PSA-BV (PSA Benutzerverordnung)
  • GPSGV (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz)
  • TRBS 2121 (technische Regel für Betriebssicherheit Gefährdung von Personen durch Absturz allgemeine Anforderungen)
  • DIN EN 353-1 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Teil 1: Steigschutzeinrichtungen einschließlich fester Führung)
  • DIN EN 353-2 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Teil 2: Mitlaufende Auffanggeräte einschließlich beweglicher Führung)
  • DIN EN 354 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Verbindungsmittel)
  • DIN EN 355 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Falldämpfer)
  • DIN EN 360 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Höhensicherungsgeräte)
  • DIN EN 361 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Auffanggurte) 
  • DIN EN 362 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Verbindungselemente)
  • DIN EN 363 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Auffangsysteme)
  • DIN EN 365 (persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Allgemeine Anforderungen an Gebrauchsanleitung und Kennzeichnung)
  • DIN EN 516 (vorgefertigte Zubehörteile für Dacheindeckungen; Einrichtungen zum Betreten des Daches; Laufstege, Trittflächen und Einzeltritte)
  • DIN EN 517 (vorgefertigte Zubehörteile für Dacheindeckungen; Sicherheitsdachhaken)
  • DIN EN 795 (Schutz gegen Absturz; Anschlageinrichtungen; Anforderungen und Prüfverfahren)
  • DIN EN 13374 (temporäre Seitenschutzsysteme nach– Produktfestlegungen und Prüfverfahren)
  • DGUV 112-198 (Benutzung der (PSAgA)
  • DGUV 201-056 (Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen/ Sekuranten auf Dächern)
  • DGUV 212-515 (Handlungsanleitung (PSA))
  • BGG 906 (Auswahl, Ausbildung und Befähigungsnachweis von Sachkundigen für persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz)
  • Broschüre BG Bau Dächer Planung sicherheitstechnischer Einrichtungen

Hersteller von Sekuranten und Anschlagpunkten

Es gibt eine große Anzahl verschiedener Hersteller die Produkte für Absturzsicherungen, wie Sekuranten, Anschlagpunkte, Seilsystemen, Schienensystemen und Durchsturzsystemen, auf den Markt anbieten.

Nachfolgend eine kleine Auswahl namhafter Hersteller wie z. B.:

  • ABS Safety
  • DWS Pohl
  • Innotech
  • St Quadrat
  • Breuer
  • JOBA
  • Latchways

Ihr Kontakt zu uns

Sie möchten Sekuranten / Anschlagpunkte prüfen lassen? Oder benötigen Sie Hilfe bei der Planung oder Montage von Sekuranten / Anschlagpunkten? Haben Sie Fragen bei denen wir Ihnen helfen können?

Rufen Sie uns einfach an unter 
09681 / 40 04 11 1 
oder schreiben Sie uns über folgendes Kontaktformular: